Neue mrna-therapie programmiert immunzellen um, um krebs zu bekämpfen: ein durchbruch in der immuntherapie

Neue mrna-therapie programmiert immunzellen um, um krebs zu bekämpfen: ein durchbruch in der immuntherapie

Eine MIT-Studie in Nature Biotechnology zeigt, wie mRNA dendritische Zellen umprogrammiert, um Tumore vollständig zu beseitigen und Immunität aufzubauen.

Forscher am MIT haben eine mRNA-Therapie entwickelt, die dendritische Zellen in potente Krebsbekämpfer verwandelt – mit vollständiger Tumorremission in Mäusen.

Die Immuntherapie hat die Krebsbehandlung revolutioniert, doch viele Patienten sprechen nicht auf bestehende Ansätze an. Ein Team um den Immunologen Dr. Michael J. Goldberg am MIT hat nun eine neuartige mRNA-Therapie vorgestellt, die dendritische Zellen – die ‚Generäle‘ des Immunsystems – gezielt umprogrammiert, um Tumore effektiver zu bekämpfen. Die Studie, veröffentlicht in Nature Biotechnology am 15. Januar 2025, zeigt, dass die Behandlung bei Mäusen mit aggressiven Tumoren in über 80 % der Fälle zu einer vollständigen Remission führte.

Wie die Therapie funktioniert

Im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen, die auf externe Zytokine setzen, nutzt die neue Methode mRNA, um die intrazellulären Signalwege NIK und IRF8 in dendritischen Zellen zu aktivieren. Diese Proteine steuern die Reifung und Aktivität der Zellen, sodass sie Tumorantigene besser präsentieren und T-Zellen aktivieren können. „Wir haben die Zellen von innen heraus trainiert, ohne systemische Nebenwirkungen“, erklärte Dr. Goldberg in einer Pressemitteilung des MIT.

In der Studie injizierten die Forscher die mRNA direkt in den Tumor oder in umliegendes Gewebe. Die dendritischen Zellen nahmen die mRNA auf, produzierten die aktiven Proteine und begannen, eine starke Immunantwort auszulösen. Bereits nach einer Woche waren die Tumore bei den meisten Tieren nicht mehr nachweisbar.

Vorteile gegenüber bestehenden Therapien

Herkömmliche Immuntherapien wie Checkpoint-Inhibitoren wirken nur bei einem Teil der Patienten und können schwere Entzündungen verursachen. Die neue mRNA-Therapie hingegen ist präziser: Sie aktiviert nur die dendritischen Zellen, ohne andere Immunzellen zu beeinflussen. „Das ist ein entscheidender Vorteil, denn wir vermeiden die Toxizität, die bei systemischen Ansätzen oft auftritt“, sagte Dr. Sarah K. Müller, Immunologin am Deutschen Krebsforschungszentrum, die nicht an der Studie beteiligt war, in einem Interview mit Lifespan.io.

Zudem erzeugte die Therapie ein immunologisches Gedächtnis: Als die geheilten Mäuse erneut mit denselben Tumorzellen konfrontiert wurden, blieben sie tumorfrei. Dies deutet darauf hin, dass der Schutz langfristig anhält.

Potenzial für Impfstoffe und andere Krankheiten

Die Technologie beschränkt sich nicht auf Krebs. Da dendritische Zellen eine Schlüsselrolle bei der Immunantwort gegen Viren spielen, könnte die mRNA-Therapie auch für Impfstoffe gegen Grippe oder COVID-19 genutzt werden. „Stellen Sie sich einen Impfstoff vor, der nicht nur Antikörper, sondern eine dauerhafte zelluläre Immunität induziert“, so Dr. Goldberg. Erste präklinische Tests mit viralen Antigenen verliefen vielversprechend.

Die Forscher planen nun klinische Studien am Menschen, die voraussichtlich 2026 beginnen. Die Finanzierung erfolgt teilweise durch das National Institute of Health (NIH).

Fazit: Die MIT-Studie markiert einen Paradigmenwechsel in der Immuntherapie. Indem sie die natürlichen Fähigkeiten dendritischer Zellen nutzt, könnte die mRNA-Therapie nicht nur Krebs, sondern auch Infektionskrankheiten wirksamer und sicherer machen.

Avatar von Lou Pai

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Liyana Parker

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