Lebensstil schlägt Gene: Neue Studie zeigt, was die Langlebigkeit im Alter wirklich bestimmt

Lebensstil schlägt Gene: Neue Studie zeigt, was die Langlebigkeit im Alter wirklich bestimmt

Eine Studie zeigt: Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung haben im Alter einen größeren Einfluss auf die Sterblichkeit als genetische Veranlagung.

Modifzierbare Risikofaktoren beeinflussen die Überlebenschancen im hohen Alter stärker als die Gene, so eine aktuelle Analyse.

Eine neue epidemiologische Studie stellt die Bedeutung der Genetik für die Langlebigkeit in Frage. Forscher der China Hainan Centenarian Cohort Study untersuchten 1.545 Teilnehmer im Alter von 80 Jahren und älter und kamen zu dem Schluss, dass Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Rauchverhalten einen weitaus größeren Einfluss auf die Sterblichkeit haben als die genetische Veranlagung.

Studiendesign und Ergebnisse

Die im Fachjournal Journal of Gerontology: Medical Sciences veröffentlichte Analyse zeigt, dass ein günstiger Lebensstil mit einem um 40,7 Prozent geringeren Sterberisiko verbunden war. Im Vergleich dazu senkte eine günstige genetische Prädisposition das Risiko nur um 13,0 Prozent. Die Forscher definierten einen günstigen Lebensstil anhand von fünf Faktoren: Nichtrauchen, moderater Alkoholkonsum, ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und normales Körpergewicht.

Die Macht der Gewohnheiten

„Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass es nie zu spät ist, gesunde Gewohnheiten anzunehmen“, sagte Dr. Li Wang, Hauptautor der Studie, in einer Pressemitteilung der Hainan Medical University. „Selbst bei Menschen mit hohem genetischem Risiko konnte ein gesunder Lebensstil das Sterberisiko um mehr als 30 Prozent senken.“ Die Studie zeigt, dass die Wechselwirkung zwischen Genen und Umwelt komplex ist, aber die Kontrolle über modifizierbare Faktoren entscheidend bleibt.

Praktische Implikationen

Für ältere Menschen bedeutet dies, dass sie durch einfache Änderungen ihres Alltags ihre Lebenserwartung aktiv beeinflussen können. „Viele glauben, dass ihre Gene ihr Schicksal bestimmen, aber diese Studie beweist das Gegenteil“, kommentiert Prof. Dr. Julia Fischer, Gerontologin an der Universität Heidelberg, die nicht an der Studie beteiligt war. „Die Botschaft ist klar: Ein gesunder Lebensstil kann genetische Nachteile ausgleichen.“

Die Studie hebt hervor, dass insbesondere die Ernährung und körperliche Aktivität eine Schlüsselrolle spielen. Teilnehmer, die sich mediterran ernährten und täglich mindestens 30 Minuten moderat bewegten, hatten die niedrigsten Sterberaten. Dr. Wang betont: „Selbst kleine Verbesserungen können einen großen Unterschied machen.“

Kritische Einordnung

Trotz der beeindruckenden Ergebnisse weisen die Autoren auf Einschränkungen hin. Die Studie basiert auf Selbstauskünften, was zu Verzerrungen führen kann. Zudem wurden nur chinesische Teilnehmer untersucht, sodass die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf andere Populationen übertragbar sind. Dennoch sind die Ergebnisse konsistent mit früheren Forschungen, die den Einfluss des Lebensstils auf die Langlebigkeit belegen.

Insgesamt liefert die Studie eine starke Botschaft: Es lohnt sich, in jedem Alter auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Die Gene mögen die Karten austeilen, aber der Lebensstil entscheidet, wie das Spiel gespielt wird.

Avatar von Lou Pai

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Liyana Parker

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.