Tagesschläfchen bei älteren Erwachsenen: Ein Verhaltensmarker für erhöhtes Sterberisiko?

Tagesschläfchen bei älteren Erwachsenen: Ein Verhaltensmarker für erhöhtes Sterberisiko?

Eine Studie zeigt, dass übermäßiges Tagesschlafen bei Senioren mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden sein könnte. Forscher analysierten Aktigraphiedaten und diskutieren mögliche Ursachen.

Übermäßiges Tagesschlafen bei älteren Menschen könnte ein Warnsignal für erhöhte Sterblichkeit sein, so eine neue Studie.

Ein erholsames Nickerchen am Nachmittag kann wohltuend sein. Doch wenn ältere Menschen übermäßig viel tagsüber schlafen, könnte dies ein Warnzeichen für ein erhöhtes Sterberisiko sein. Eine aktuelle Analyse von Daten der Rush Memory and Aging Project Studie legt diesen Zusammenhang nahe.

Die Studie im Detail

Forscher der Rush University in Chicago werteten Aktigraphiedaten von über 1.400 älteren Erwachsenen aus. Die Teilnehmer trugen über durchschnittlich 5,3 Jahre hinweg ein Gerät am Handgelenk, das Bewegungen aufzeichnete. Dabei zeigte sich: Personen, die tagsüber häufiger und länger schliefen, hatten ein um etwa 40 Prozent höheres Sterberisiko als jene mit weniger Tagesschlaf. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Sleep“ veröffentlicht.

Mögliche Ursachen

Die Autoren betonen, dass die Studie einen Zusammenhang, aber keine Kausalität belegt. Dennoch gibt es plausible Erklärungen. „Übermäßiges Tagesschlafen könnte ein frühes Anzeichen für zugrunde liegende Gesundheitsprobleme sein“, erklärt Dr. Adam Spira, einer der Studienautoren. Dazu gehören Schlafstörungen wie obstruktive Schlafapnoe, die den Nachtschlaf beeinträchtigen und zu erhöhter Tagesmüdigkeit führen. Auch eine Störung des zirkadianen Rhythmus, etwa durch verminderte Lichtexposition, könnte eine Rolle spielen. Zudem wird chronische Entzündung als gemeinsamer Nenner diskutiert: Entzündungsprozesse können sowohl Müdigkeit als auch Sterblichkeit fördern.

Korrelation vs. Kausalität

Es ist wichtig zu betonen, dass die Studie nicht beweist, dass Tagesschlafen das Sterberisiko erhöht. „Es könnte sein, dass Menschen, die bereits kränker sind, mehr schlafen“, sagt Dr. Kristine Yaffe von der University of California, San Francisco, die nicht an der Studie beteiligt war. Die Forscher versuchten, dies zu berücksichtigen, indem sie für viele Gesundheitsfaktoren wie chronische Krankheiten und kognitive Beeinträchtigungen kontrollierten. Dennoch bleibt die Möglichkeit einer umgekehrten Kausalität bestehen.

Potenzial von Wearables

Die Studie unterstreicht den Wert von Aktigraphie und Wearables für die Früherkennung von Risiken. „Wearables könnten eines Tages dabei helfen, Personen mit erhöhtem Risiko zu identifizieren, bevor ernsthafte gesundheitliche Probleme auftreten“, so Dr. Spira. Allerdings sind weitere Studien nötig, um zu klären, ob eine Reduzierung des Tagesschlafs tatsächlich das Sterberisiko senken kann.

Fazit: Wer im Alter übermäßig viel tagsüber schläft, sollte dies ärztlich abklären lassen. Ein Nickerchen ist nicht per se schädlich, aber anhaltende Tagesmüdigkeit kann ein Hinweis auf behandelbare Ursachen sein.

Avatar von Lou Pai

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Liyana Parker

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