Eine neue Studie aus JAMA Network Open zeigt, dass längeres und häufigeres Nickerchen bei Älteren mit erhöhtem Sterberisiko verbunden ist.
Eine aktuelle Analyse in JAMA Network Open untersucht den Zusammenhang zwischen Tagesschlaf und Sterblichkeit bei älteren Erwachsenen.
Tagesschlaf ist ein weit verbreitetes Phänomen, besonders bei älteren Erwachsenen. Doch wie gesund ist ein Nickerchen wirklich? Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in JAMA Network Open, liefert neue Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Tagesschlaf und Sterblichkeit. Die Forscher untersuchten Daten von über 3.000 älteren Erwachsenen und fanden heraus, dass längere und häufigere Nickerchen mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden sind.
Die Studienergebnisse im Detail
Die Studie, die von einem Team um Dr. Yue Leng von der University of California, San Francisco, durchgeführt wurde, analysierte die Schlafgewohnheiten von Teilnehmern im Durchschnittsalter von 74 Jahren. Über einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren wurde die Sterblichkeit erfasst. Die Ergebnisse zeigten, dass Personen, die angaben, täglich mehr als eine Stunde Mittagsschlaf zu machen, ein um etwa 30% höheres Sterberisiko hatten als diejenigen, die weniger als 30 Minuten schliefen. Auch die Häufigkeit spielte eine Rolle: Wer mehr als drei Nickerchen pro Woche machte, hatte ein erhöhtes Risiko.
„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Dauer und Häufigkeit von Nickerchen wichtige Indikatoren für die Gesundheit älterer Erwachsener sein könnten“, erklärte Dr. Leng in einer Pressemitteilung der Universität. „Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies eine Beobachtungsstudie ist und wir keine Kausalität nachweisen können.“
Korrelation oder Kausalität?
Die Unterscheidung zwischen Korrelation und Kausalität ist entscheidend. Es könnte sein, dass langer Tagesschlaf nicht direkt das Sterberisiko erhöht, sondern vielmehr ein Zeichen für zugrunde liegende Gesundheitsprobleme ist. „Nickerchen können ein Biomarker für eine schlechte Gesundheit sein“, kommentiert Dr. Michael Grandner, Schlafexperte an der University of Arizona, in einem Interview mit Sleep Review. „Menschen, die viel schlafen, könnten unter Schlafstörungen, chronischen Krankheiten oder Entzündungen leiden, die das Risiko erhöhen.“
Frühere Metaanalysen, wie eine 2015 in Heart veröffentlichte Studie, fanden ebenfalls einen Zusammenhang zwischen langen Nickerchen und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Autoren dieser Metaanalyse, darunter Dr. C. Wang von der Huazhong University of Science and Technology, betonten jedoch, dass kurze Nickerchen unter 30 Minuten möglicherweise sogar schützend wirken könnten.
Praktische Empfehlungen
Was bedeutet das für ältere Erwachsene? „Ein kurzes Nickerchen von 20 bis 30 Minuten am frühen Nachmittag scheint unbedenklich und kann sogar die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern“, sagt Dr. Leng. „Längere oder späte Nickerchen sollten jedoch vermieden werden, da sie den Nachtschlaf stören und Hinweise auf gesundheitliche Probleme sein könnten.“
Die Forscher empfehlen, bei übermäßigem Tagesschlaf einen Arzt aufzusuchen, um mögliche Ursachen wie Schlafapnoe, Depression oder andere chronische Erkrankungen abzuklären. „Nickerchen sind nicht per se schlecht, aber sie sollten im Kontext der gesamten Schlafgesundheit betrachtet werden“, ergänzt Dr. Grandner.
Fazit
Die aktuelle Studie aus JAMA Network Open unterstreicht die Bedeutung der Schlafqualität und -quantität im Alter. Während kurze Nickerchen Teil eines gesunden Lebensstils sein können, sollten längere und häufigere Nickerchen als mögliches Warnsignal ernst genommen werden. Weitere Forschung ist nötig, um die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen und klare Richtlinien zu entwickeln.







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