Neue Forschung zeigt Zusammenhang zwischen Darmbakterien und epigenetischen Altersuhren. Bifidobacterium adolescentis könnte Altern verlangsamen, Succinivibrio dextrinosolvens beschleunigen.
Können unsere Darmbakterien das Tempo des biologischen Alterns beeinflussen? Eine aktuelle Studie liefert Hinweise darauf.
Die Zusammensetzung unseres Darmmikrobioms rückt zunehmend in den Fokus der Alternsforschung. Eine neue Studie hat nun einen Zusammenhang zwischen bestimmten Bakterienarten und der biologischen Alterungsgeschwindigkeit hergestellt. Forscher entwickelten sogenannte „EpiBiome“-Modelle, die anhand der Darmbakterien das Tempo der epigenetischen Alterung vorhersagen können.
Was sind epigenetische Uhren?
Epigenetische Uhren messen den biologischen Alterungsprozess anhand von DNA-Methylierungsmustern. Diese chemischen Veränderungen der DNA beeinflussen die Genaktivität und verändern sich mit dem Alter. Die bekannteste Uhr ist die von Steve Horvath entwickelte „Horvath-Uhr“. Die neue EpiBiome-Methode kombiniert nun Mikrobiomdaten mit epigenetischen Markern.
Schlüsselfunde der Studie
Die in der Fachzeitschrift „Aging Cell“ veröffentlichte Studie identifizierte zwei Bakterienarten mit gegensätzlichem Effekt: Bifidobacterium adolescentis war mit einer verlangsamten Alterung assoziiert, während Succinivibrio dextrinosolvens mit einer beschleunigten Alterung in Verbindung stand. „Dies ist ein wichtiger Schritt zum Verständnis, wie das Mikrobiom den Alterungsprozess beeinflusst“, erklärte Dr. Anna Meyer, Erstautorin der Studie und Forscherin am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns.
Potenzial für Probiotika
Die Ergebnisse wecken Hoffnungen auf künftige probiotische Therapien, die das Altern verlangsamen könnten. „Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die derzeitigen Belege rein korrelativ sind“, warnt Prof. Dr. Klaus Richter, Mikrobiom-Experte an der Charité Berlin. „Wir sind noch weit davon entfernt, individuelle Diagnosen oder Behandlungen auf Basis dieser Daten zu empfehlen.“
Lebensstil bleibt entscheidend
Bis solche Therapien verfügbar sind, betonen Experten die Bedeutung einer gesunden Ernährung und Lebensweise für ein gesundes Mikrobiom. Ballaststoffreiche Kost, fermentierte Lebensmittel und ausreichend Bewegung fördern eine vielfältige Darmflora. „Eine ausgewogene Ernährung ist derzeit der beste Weg, um sowohl das Mikrobiom als auch den Alterungsprozess positiv zu beeinflussen“, so Dr. Meyer.
Die Forschung steht noch am Anfang, doch die Verbindung zwischen Darmbakterien und biologischer Alterung eröffnet vielversprechende Perspektiven für die Zukunft der Anti-Aging-Medizin.






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