Darmmikrobiom und körperliche Aktivität: eine neue Grenze für gesundes Altern

Darmmikrobiom und körperliche Aktivität: eine neue Grenze für gesundes Altern

Neue Forschung zeigt, wie das Darmmikrobiom mit körperlicher Aktivität bei älteren Erwachsenen zusammenhängt und so den Weg für nicht-pharmakologische Interventionen ebnet.

Eine aktuelle Studie enthüllt die wechselseitige Beziehung zwischen Darmbakterien und Bewegung bei Senioren – mit Potenzial für neue Therapien.

Das Darmmikrobiom spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit im Alter. Eine neue Querschnittsstudie zeigt nun einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der Darmflora und dem Ausmaß körperlicher Aktivität bei älteren Erwachsenen. Die Ergebnisse könnten zu neuartigen Ansätzen führen, um die Lebensqualität im Alter zu verbessern.

Studie untersucht Bakterienvielfalt

Forscher der University of California analysierten Stuhlproben von über 500 Probanden im Alter von 65 bis 85 Jahren. Mittels Beschleunigungsmessern wurde zudem deren Bewegungsverhalten erfasst. „Wir fanden heraus, dass Personen mit höherer moderater bis intensiver Aktivität eine erhöhte Abundanz von Prevotella copri aufwiesen“, erklärt Dr. Sarah Johnson, Hauptautorin der Studie (Pressemitteilung der UC Davis Health vom 15. März 2025). Gleichzeitig war ein vermehrtes Vorkommen von Bilophila wadsworthia mit geringerer Mobilität assoziiert.

Bidirectionalität als Schlüsselkonzept

Die Beziehung scheint wechselseitig zu sein: Körperliche Aktivität begünstigt nützliche Bakterien, während bestimmte Mikroben wiederum die Leistungsfähigkeit fördern können. „Es ist ein Teufelskreis oder Engelskreis“, kommentiert Prof. Michael Müller vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in einem Interview mit dem Fachmagazin Aging Cell. „Wer sich viel bewegt, hat ein günstigeres Mikrobiom – und dieses unterstützt wiederum die Muskelkraft.“ Die Studienergebnisse unterstreichen das Potenzial von probiotischen Interventionen oder gar einer fäkalen Mikrobiota-Transplantation (FMT) zur Förderung der Mobilität.

Ausblick auf nicht-pharmakologische Strategien

Obwohl weitere klinische Studien nötig sind, sehen Experten hier einen vielversprechenden Ansatz: „Statt Pillen könnten wir eines Tages gezielt das Mikrobiom manipulieren, um altersbedingten Funktionsverlusten entgegenzuwirken“, sagt Dr. Johnson. Bis dahin bleibt regelmäßige Bewegung die beste Medizin – sowohl für den Darm als auch den gesamten Organismus.

Avatar von Lou Pai

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Liyana Parker

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit, sed do eiusmod tempor incididunt ut labore et dolore magna aliqua. Ut enim ad minim veniam, quis nostrud exercitation ullamco laboris nisi ut aliquip ex ea commodo consequat.