Neue Evolutionstheorien erklären unsterbliche Arten und stellen traditionelle Altersmodelle in Frage

Neue Evolutionstheorien erklären unsterbliche Arten und stellen traditionelle Altersmodelle in Frage

Forscher entwickeln evolutionäre Modelle, die vernachlässigbare Seneszenz bei Arten wie Hydra erklären und damit etablierte Theorien zum Altern herausfordern.

Ein neues Modell erklärt die Unsterblichkeit von Hydra und stellt traditionelle Theorien zur Evolution des Alterns in Frage.

Die Herausforderung der vernachlässigbaren Seneszenz

In der Welt der Biologie hat das Phänomen der vernachlässigbaren Seneszenz – also das Fehlen eines spürbaren Alterungsprozesses – bei Arten wie der Süßwasserpolypen-Hydra lange Rätsel aufgegeben. Traditionelle evolutionäre Theorien gehen davon aus, dass Altern unvermeidlich ist, da natürliche Selektion nach der Fortpflanzungsphase abnimmt. Doch wie Dr. Maria Schmidt vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in einer Pressemitteilung erklärt: „Hydra zeigt keine Anzeichen von Alterung oder erhöhter Sterblichkeit im Laufe der Zeit. Dies widerspricht direkt klassischen Modellen.“ Ihre Forschung wurde 2022 im Journal „Nature Ecology & Evolution“ veröffentlicht und basiert auf Langzeitstudien an Hydra-Populationen.

Ein neues evolutionäres Modell entsteht

Um diese Diskrepanz zu erklären, haben Wissenschaftler kürzlich ein neuartiges evolutionäres Modell entwickelt. Laut einem Artikel im Blog „ScienceDaily“ vom Januar 2023 schlagen Forscher um Prof. Thomas Weber von der Universität Zürich vor, dass bei Arten mit hoher regenerativer Kapazität wie Hydra die Selektion gegen schädliche Mutationen auch im fortgeschrittenen Alter stark bleibt. In einer Ankündigung auf der Website ihrer Institution sagte Weber: „Unser Modell integriert Zellregeneration und zeigt, dass unter bestimmten Bedingungen Altern evolutionär nicht notwendig ist.“ Diese Erkenntnisse wurden in „Proceedings of the Royal Society B“ diskutiert und stützen sich auf mathematische Simulationen und experimentelle Daten.

Implikationen für das Verständnis von Alterungsmechanismen

Diese neuen Modelle haben tiefgreifende Auswirkungen auf unser Verständnis von Alterungsmechanismen. Sie legen nahe, dass Altern kein universelles biologisches Schicksal ist, sondern von spezifischen ökologischen und genetischen Faktoren abhängt. Wie in einem Fachbeitrag auf „Medical News Today“ berichtet wird, könnte dies zu neuen Ansätzen in der Anti-Aging-Forschung führen. Experten betonen jedoch Vorsicht: Während Hydra Einblicke bietet sind direkte Übertragungen auf den Menschen komplex.

Avatar von Lou Pai

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Liyana Parker

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