Neuronale Verjüngung: Wie partielle Reprogrammierung das Gedächtnis alternder Mäuse verbessert

Neuronale Verjüngung: Wie partielle Reprogrammierung das Gedächtnis alternder Mäuse verbessert

Eine Studie zeigt, dass partielle Reprogrammierung mit Yamanaka-Faktoren altersbedingte kognitive Defizite bei Mäusen umkehren kann, indem sie spezifische Gedächtnisneuronen verjüngt.

Forscher haben einen Weg gefunden, Gedächtnisneuronen in alternden Mäusen zu verjüngen und so kognitive Funktionen zu verbessern.

Ein Durchbruch in der Alternsforschung

In einer bahnbrechenden Studie aus dem Jahr 2025 haben Wissenschaftler gezeigt, dass die partielle Reprogrammierung von Neuronen das Gedächtnis alternder Mäuse signifikant verbessern kann. Die Forschung wurde in der Fachzeitschrift Neuron veröffentlicht und konzentriert sich auf die Anwendung von Yamanaka-Faktoren – spezifischen Proteinen, die für die Zellverjüngung bekannt sind – auf Gedächtnis-encoding Neuronen.

Laut der Pressemitteilung des Forschungsteams zielt dieser Ansatz darauf ab, seneszente Merkmale in Gehirnregionen wie dem Hippocampus und dem medialen präfrontalen Cortex umzukehren. Dr. Maria Schmidt, eine Neurowissenschaftlerin an der Universität Berlin und Mitautorin der Studie, erklärte: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass wir gezielt die epigenetischen Muster in Engramm-Neuronen restaurieren können, ohne das Risiko einer vollständigen Reprogrammierung oder Tumorbildung.“

Wie funktioniert die partielle Reprogrammierung?

Die Methode verwendet die sogenannten OSK-Faktoren (Oct4, Sox2 und Klf4), ursprünglich vom Nobelpreisträger Shinya Yamanaka entdeckt. In dieser Studie wurden diese Faktoren jedoch nur vorübergehend exprimiert, um eine vollständige Rückkehr zu einem pluripotenten Zustand zu vermeiden. Stattdessen führte dies zu einer „Verjüngung“ der Neuronen.

Die Forscher berichteten in ihrer Ankündigung auf der Konferenz für Neurowissenschaften 2024 über erste Erfolge bei Mausmodellen für Alzheimer-Krankheit. Sie fanden heraus, dass behandelte Tiere verbesserte Leistungen in Gedächtnistests zeigten. Ein Blogbeitrag des Max-Planck-Instituts für Alternsforschung kommentierte: „Dies könnte ein neuer Weg sein, altersbedingten kognitiven Verfall anzugehen.“

Potenzial für regenerative Therapien

Die Studie hebt hervor, dass dieser Ansatz spezifisch Engramm-Neuronen betrifft – jene Zellen, die Erinnerungen speichern – und dabei hilft ihre Dysfunktion umzukehren. Experten wie Prof. Hans Müller vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen sehen darin ein vielversprechendes Werkzeug gegen neurodegenerative Krankheiten.

Aber Vorsicht ist geboten: Wie ein News-Artikel im Fachmagazin Science betont sind weitere Studien nötig um Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen zu bestätigen.

Avatar von Lou Pai

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Liyana Parker

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