Proteasomale Dysfunktion und chronische Entzündung: Ein Schlüsselmechanismus des Alterns

Proteasomale Dysfunktion und chronische Entzündung: Ein Schlüsselmechanismus des Alterns

Forschung zeigt, wie altersbedingter Proteasomverlust über cGAS-STING zu Entzündungen führt, was neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer begünstigt.

Neue Studien enthüllen den Zusammenhang zwischen Proteasomstörungen und chronischen Entzündungen als treibende Kraft im Alterungsprozess.

Die Rolle des Proteasoms im zellulären Gleichgewicht

Das Proteasom ist ein zentraler Bestandteil der zellulären Qualitätskontrolle. Es baut fehlerhafte oder überschüssige Proteine ab und trägt so zur Aufrechterhaltung der Homöostase bei. Mit zunehmendem Alter lässt diese Funktion jedoch nach. Dr. Maria Schmidt vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns erklärt in einer Pressemitteilung: „Der Verlust der proteasomalen Aktivität ist ein kritischer Faktor im Alterungsprozess.“ Diese Dysfunktion führt zur Akkumulation von Schadproteinen.

Von mitochondrialer DNA-Leckage zu chronischer Entzündung

Wenn das Proteasom versagt, können beschädigte Mitochondrien nicht effizient entfernt werden. Dies führt zum Austritt von mitochondrialer DNA (mtDNA) in das Zytoplasma. Die mtDNA aktiviert den cGAS-STING-Signalweg, einen wichtigen Mechanismus der angeborenen Immunantwort. Laut einer Studie in Nature Reviews Immunology wird dieser Weg bei chronischer Aktivierung mit altersbedingten Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Professor Hans Weber von der Universität Heidelberg betont in einem Blogbeitrag auf ScienceDaily: „Die kontinuierliche Stimulation von cGAS-STING durch mtDNA löst eine niedriggradige, aber persistente Entzündung aus.“ Dieser Zustand wird als Inflammaging bezeichnet und gilt als Treiber vieler Alterskrankheiten.

Verbindung zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer

Besonders relevant ist dieser Mechanismus für neurodegenerative Erkrankungen. Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Beeinträchtigung des synaptischen Proteasoms bereits in frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit auftritt. Eine Veröffentlichung in Cell Reports beschreibt dies detailliert: Die Ansammlung toxischer Proteinaggregate fördert den neuronalen Verfall.

Dr. Elena Fischer vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen kommentiert in einer Ankündigung: „Unsere Daten legen nahe, dass die Wiederherstellung der proteasomalen Funktion ein vielversprechender therapeutischer Ansatz sein könnte.“ Dies unterstreicht die Bedeutung gezielter Interventionen.

Praktische Interventionen und Therapieansätze

Aktuelle Erkenntnisse bieten auch praktische Implikationen für die Gesundheitsvorsorge:

  • Regelmäßige körperliche Bewegung kann die proteasonale Aktivität steigern und Entzündungsmarker reduzieren.
  • Ernährungsstrategien wie Kalorienrestriktion oder bestimmte Pflanzenstoffe zeigen positive Effekte auf die Zellreinigung.

Therapeutisch werden Substanzen erforscht, die spezifisch den cGAS-STING-Weg modulieren oder die Proteasomfunktion verbessern. Klinische Studien laufen bereits zu ersten Wirkstoffkandidaten.

Avatar von Lou Pai

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Liyana Parker

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