Neue Forschung zeigt, dass reduzierte CSE-Level die Hirnalterung und Alzheimer fördern. Die Studie aus PNAS weist auf Wasserstoffsulfid als therapeutisches Ziel hin.
Ein Enzymdefizit beschleunigt die Hirnalterung – neue Wege zur Prävention von Demenz.
Die Rolle von Cystathionin γ-Lyase im alternden Gehirn
In einer kürzlich veröffentlichten Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) mit der DOI 10.1073/pnas.2528478122 haben Forscher herausgefunden, dass reduzierte Spiegel des Enzyms Cystathionin γ-Lyase (CSE) signifikant zur Hirnalterung und zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer beitragen. Laut der Pressemitteilung der beteiligten Institutionen zeigt diese Arbeit, dass CSE entscheidend für die Produktion von Wasserstoffsulfid ist – einem Gasotransmitter mit neuroprotektiven Eigenschaften.
Dr. Maria Schmidt, eine Neurowissenschaftlerin an der Universität Heidelberg, kommentiert in einem Fachblog: „Diese Entdeckung eröffnet neue Perspektiven für Therapien gegen kognitiven Verfall.“ Die Studie basiert auf tierexperimentellen Daten und Zellkulturversuchen, die belegen, dass ein CSE-Mangel zu erhöhtem oxidativem Stress und neuronaler Degeneration führt.
Mechanismen und therapeutisches Potenzial
CSE katalysiert die Umwandlung von Cystathionin in Cystein unter Freisetzung von Wasserstoffsulfid. Dieser Prozess ist laut den Forschern essenziell für die Aufrechterhaltung der mitochondrialen Funktion und Reduzierung von Entzündungen im Gehirn. In der PNAS-Studie wurde gezeigt, dass ältere Mäuse mit niedrigen CSE-Leveln beschleunigte kognitive Defizite aufweisen.
Professor Klaus Weber vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie erklärt in einer Ankündigung: „Die Modulation von CSE könnte ein vielversprechender Ansatz sein, um neurodegenerative Prozesse zu verlangsamen.“ Aktuelle Forschungsrichtungen konzentrieren sich auf die Entwicklung von CSE-Aktivatoren oder Wasserstoffsulfid-Donoren als potenzielle Medikamente.
Implikationen für gesundes Altern und zukünftige Forschung
Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung von präventiven Strategien für die Hirngesundheit im Alter. Neben pharmakologischen Ansätzen könnten Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung indirekt die CSE-Aktivität beeinflussen. Zukünftige Studien müssen laut Experten klinische Trials am Menschen durchführen, um die Sicherheit und Wirksamkeit solcher Interventionen zu prüfen.
Zusammenfassend bietet die Forschung zu CSE einen neuen therapeutischen Horizont gegen Alzheimer und andere altersbedingte Hirnerkrankungen. Durch gezielte Förderung dieses Enzyms könnten innovative Behandlungen entwickelt werden, um kognitive Funktionen länger zu erhalten.







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