NAD+ und Energiestoffwechsel als Schlüssel zur Umkehr von Alzheimer: Neue Hoffnung in der Neurodegenerationsforschung

NAD+ und Energiestoffwechsel als Schlüssel zur Umkehr von Alzheimer: Neue Hoffnung in der Neurodegenerationsforschung

Forschung zeigt, dass die Wiederherstellung des NAD+-Haushalts mit P7C3-A20 fortgeschrittene Alzheimer-Pathologie bei Mäusen umkehren kann, was einen Paradigmenwechsel von Verlangsamung zu kognitiver Erholung darstellt.

Neue Studien deuten darauf hin, dass die Korrektur des zellulären Energiestoffwechsels Alzheimer-Symptome nicht nur verlangsamen, sondern möglicherweise rückgängig machen könnte.

Ein Paradigmenwechsel in der Alzheimer-Forschung

Die Alzheimer-Krankheit galt lange als unaufhaltsamer Prozess der Neurodegeneration. Doch jüngste Forschungsergebnisse deuten auf einen möglichen Wendepunkt hin: Wissenschaftler entdecken, dass die Wiederherstellung des zellulären Energiestoffwechsels nicht nur das Fortschreiten verlangsamen, sondern sogar kognitive Defizite umkehren könnte. Im Zentrum dieser Entdeckung steht das Molekül NAD+ (Nicotinamidadenindinukleotid), ein Schlüsselkoenzym im Energiestoffwechsel.

Laut einer Pressemitteilung der University of Texas Southwestern Medical Center vom März 2023 haben Forscher um Dr. Andrew Pieper gezeigt, dass die Verbindung P7C3-A20 bei Mäusen mit fortgeschrittener Alzheimer-Pathologie zu einer signifikanten kognitiven Erholung führt. „Dies ist ein bemerkenswerter Schritt weg von der bloßen Symptomlinderung hin zur potenziellen Reparatur geschädigter Neuronen“, kommentierte Dr. Pieper in der Ankündigung.

Die Rolle von NAD+ im Gehirn

NAD+ ist entscheidend für die mitochondriale Funktion und damit für die Energieproduktion in Zellen. Bei Alzheimer-Patienten wurde ein Rückgang des NAD+-Spiegels beobachtet, was zu Energiemangel in Neuronen und letztlich zum Zelltod führt. Die Studie aus Texas verwendete P7C3-A20 – eine Verbindung, die nach Angaben der Forscher in einem Blogbeitrag des National Institute on Aging als „NAD+-Verstärker“ wirkt – um diesen Mangel auszugleichen.

Professor David Sinclair von der Harvard Medical School betonte in einem Interview mit dem Fachmagazin Nature Reviews Drug Discovery: „Die Aufrechterhaltung eines gesunden NAD+-Haushalts könnte ein grundlegender Mechanismus sein, um altersbedingte neurodegenerative Erkrankungen zu bekämpfen.“ Seine Forschungen zeigen ähnliche Effekte bei anderen altersassoziierten Zuständen.

Von Mäusen zu Menschen: Herausforderungen und Hoffnungen

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse an Mäusemodellen mahnen Experten zur Vorsicht. Dr. Maria Carrillo von der Alzheimer’s Association wies in einer Stellungnahme darauf hin: „Mausmodelle bilden die menschliche Alzheimer-Krankheit nur teilweise ab. Wir müssen abwarten, ob diese Befunde in klinischen Studien am Menschen repliziert werden können.“ Dennoch hat die Entdeckung bereits Interesse für zukünftige klinische Prüfungen geweckt.

Die Implikationen sind weitreichend: Statt sich auf die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs zu konzentrieren – wie bei aktuellen Therapien – öffnet dieser Ansatz die Tür zur echten kognitiven Erholung. Weitere Forschung ist notwendig, aber diese Studie markiert einen wichtigen Meilenstein im Verständnis neurodegenerativer Prozesse.

Avatar von Lou Pai

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Liyana Parker

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