Mitochondriale RNA-Leckage Verschlimmert Zellalterung und Entzündungen

Mitochondriale RNA-Leckage Verschlimmert Zellalterung und Entzündungen

Neue Forschung zeigt, wie mitochondriale RNA-Leckage in das Zytoplasma über RIG-I/MDA5-Sensoren Entzündungswege auslöst, die zelluläre Seneszenz und SASP verstärken, mit Implikationen für altersbedingte Krankheiten wie MASH.

Ein neu entdeckter Mechanismus verbindet mitochondriale Dysfunktion mit verstärkter zellulärer Alterung durch RNA-Leckage.

Der Mechanismus hinter mitochondrialer RNA-Leckage

In einer kürzlich veröffentlichten Studie im Fachjournal ‚Nature Cell Biology‘ haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns einen neuartigen Mechanismus aufgedeckt: Mitochondriale RNA (mtRNA), die aus beschädigten Mitochondrien in das Zytoplasma austritt, aktiviert über RIG-I- und MDA5-Sensoren angeborene Immunantworten. Diese Reaktion löst entzündliche Signalwege aus, die zelluläre Seneszenz – den Zustand irreversiblen Wachstumsstillstands – verschlimmern und das Seneszenz-assoziierte sekretorische Phänotyp (SASP) verstärken.

Laut Dr. Anna Müller, Leiterin der Forschungsgruppe: ‚Unsere Daten zeigen deutlich, dass mtRNA-Leckage nicht nur ein Nebenprodukt mitochondrialer Dysfunktion ist, sondern direkt zur chronischen Entzündung bei Alterungsprozessen beiträgt.‘ Die Studie basiert auf Experimenten mit Mausmodellen.

Auswirkungen auf metabolische Erkrankungen wie MASH

Die Forschung konzentrierte sich insbesondere auf die Verbindung zu metabolisch assoziierter Steatohepatitis (MASH), einer Form der Fettlebererkrankung. In Versuchen an Mäusen führte die Hemmung der mtRNA-Leckage durch pharmakologische Intervention zu reduzierter Leberentzündung und verbesserten Stoffwechselparametern. Professor Klaus Schmidt vom Universitätsklinikum Hamburg kommentierte in einem Pressegespräch: ‚Diese Erkenntnisse eröffnen neue Wege für gezielte Therapien gegen seneszente Zellen bei Stoffwechselstörungen.‘

Die Ergebnisse wurden auf einer Fachkonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin vorgestellt und in einer Pressemitteilung des Instituts veröffentlicht.

Therapeutische Perspektiven

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen arbeiten mehrere Biotech-Unternehmen an Wirkstoffen, die spezifisch die mtRNA-Leckage blockieren oder die RIG-I/MDA5-Signalwege modulieren. Ziel ist es, seneszente Zellen zu eliminieren oder deren schädliche Sekretion zu unterdrücken. Experten betonen jedoch die Notwendigkeit weiterer klinischer Studien.

Dr. Müller fasst zusammen: ‚Indem wir diesen Mechanismus adressieren, könnten wir nicht nur MASH behandeln, sondern auch andere altersbedingte Erkrankungen beeinflussen.‘ Die Forschung unterstreicht damit das Potenzial von Senolytika – Substanzen zur Beseitigung seneszenter Zellen – als vielversprechender Ansatz in der Anti-Aging-Medizin.

Avatar von Lou Pai

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Liyana Parker

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